Jubiläumssaison 2026
7.-9. August 2026
Eröffnungskonzert Kirche Adriach
One of a kind – Die Wilde Welt von Georg Philipp Telemann
Kooperation mit dem KV Constellations
Arcturos Barockorchester, Leitung: Marco Primultini
Fulminant eröffnen wir unser Festwochenende mit einem Orchesterkonzert der besonderen Art. Das Tripelkonzert von Georg Philipp Telemann verbindet drei Instrumente, die in dieser Kombination in der Musikgeschichte kein zweites Mal eingesetzt werden: Die Viola d’amore, eine Sonderform der Violine mit insgesamt 14 Saiten, die Oboe d’amore und die Traversflöte. Neben dieser Rarität erklingen weitere weniger oft gehörte Werke von Telemann, der mit seiner besonders ausgeklügelten Tonsprache gerne für Überraschungen sorgt. Summa Sonorum und den KV Constellations verbindet neben dem fachlichen Schwerpunkt der jugendliche Enthusiasmus für die Vermittlung von Kunst und Kultur. Als Teil dieser Kooperation wird das gleiche Programm wenige Tage zuvor in Wien als Veranstaltung des KV Constellations erklingen.
8.8. 9-11 Uhr
Hauptplatz Frohnleiten
Marktmusik
mit dem Alta-Capella-Ensemble [hanse]Pfeyfferey
Der frühe Vogel fängt den Wurm! Oder in diesem Fall: Die frühe Marktbesucherin fängt sich einen Ohrwurm ein. Ganz Frohnleiten trifft sich am Samstagvormittag am örtlichen Bauernmarkt – der Besuch wird ihnen an diesem Samstag besonders in Erinnerung bleiben: Entsprechend dem historischen Auftrittsrahmen wird unser Ensemble in Residence, das Turmbläser-Ensemble [hanse]Pfeyfferey, im Freien auftreten und die größten Hits aus dem 14. und 15. Jahrhundert zum Besten geben. Eintritt: Freiwillige Spende
8.8. 11 Uhr
Druckwerkstatt Ulli Gollesch
G’schichtldruckerei – Amüsante Episoden und das älteste Clavichord Österreichs
Alexander Gergelyfi – Tastendrucker, Hermann Tödtling – Vazöhler
„Horch zua!“ – eine Phrase, die sowohl Alexander Gergelyfi als auch Hermann Tödtling regelmäßig von sich geben. Warum? Der eine spielt das wohl leiseste Instrument, das das menschliche Ohr kennt, der andere erzählt die besten Geschichten. Im Ambiente der ehemaligen Bäckerei, heute eine Kunstdruckerei, trifft (un)bekannte Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert aus der Feder süddeutscher und österreichischer Komponisten auf den ein oder anderen Schwank aus dem Leben. Der Erzähler und Schauspieler Hermann Tödtling ist als lokale und überregionale Berühmtheit und Publikumsmagnet der ideale Bühnenpartner für unseren Artist in Residence. Die Zuhörenden erwartet eine Stunde, wie sie noch kein Ohr je gehört hat!
8.8. 19 Uhr
Gasthaus Erblehner
„Dann, wo die Edle Music ist, da soll man seyn!“ – Nicht nur oberösterreichische Trink- und Wirtshauslieder
Summa-Sonorum-Consort und -Vokalensemble, Leitung: Alexander Gergelyfi
Mit Saus und Braus wollen wir unsere fünfte Saison begehen und ein großes Fest feiern! Was darf bei einer Geburtstagsfeier auf gar keinen Fall fehlen? Richtig: ein zünftiger Abend mit Bier, Essen, Tanz und Musik. Diese Art des Feierns wurde schon Ende des 16. Jahrhunderts geschätzt und in Musik festgehalten. Besonders gelungen ist das Paul Peuerl, einem süddeutsch-österreichischen Komponisten und Orgelbauer, der ab 1609 als Organisten bey der Euangelischen Kirchen zu Steyer in Oesterreich ob der Enß tätig war. Die drohende Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges und damit einhergehenden Ängste, aber auch Hoffnung und Lebensfreude sind Inhalte seiner wenig beleuchteten Musik. Wo seine fünfstimmigen Lieder in österreichisch-bayrischer Mundart erklingen, kommt gute Stimmung auf – oder in seinen Worten: „Frisch auff und lasst uns fröhlich sein!“ Es werden für die Zeit übliche Instrumente wie Blockflöten, Schalmeien, Traversflöten, Zinken, Zugposaunen, Cembalo und verschiedene Geigeninstrumente erklingen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt!
9.8. 17 Uhr
Kirche Adriach
Stabat Mater – Musik von und um Pergolesi zum Fest der Verklärung Christi
Margareth Tumler – Sopran, Jaro Kirchgessner – Alt, Summa Sonorum Barockorchester, Leitung: Alexander Gergelyfi
Den Abschluss des Festivals bildet, orientiert am Kirchenjahr, Musik zum Fest Transfiguratio Domini – die Verwandlung des Herrn. Im Zentrum steht Giovanni Baptista Pergolesis Stabat Mater, das mit thematisch verwandter Musik von Antonio Lucio Vivaldi, Francesco Durante und Pietro Antonio Locatelli angereichert wird. Oft als Chorwerk wiedergegeben, geht durch die große Zahl der Sänger*innen die eigentliche Intimität verloren. Diese wollen wir durch die originale Besetzung von zwei Singstimmen, zwei Violinen, einer Viola und Basso Continuo herausstreichen.
Artist in Residence & Gastensemble 2026
Unser Artist in Residence ist der in Linz an der Donau geborene Alexander Gergelyfi, ein Kenner und Liebhaber historischer Tasteninstrumente. Den Kanon dieser höchst unterschiedlichen Instrumente zu erkunden, ist seine Leidenschaft und Antrieb. Ob Konzert, Oper, Musiktheater oder neue Formate – als Solist, Kammer- und Orchestermusiker ist er in verschiedensten musikalischen Formationen zu erleben. 2023 gab er sein Debüt bei den Salzburger Festspielen und ist dort seither zusammen mit dem Bariton Georg Nigl in den Kleinen Nachtmusiken zu hören. Seine erstes Solo-Album Sapperlot! erschien im November 2022 bei Carpe Diem Records und wurde von der Fachwelt begeistert aufgenommen. Die jüngste Aufnahme mit Georg Nigl bei Alpha Classics erschien im Juli 2025 unter dem Titel Mozart’s Clavichord.
(Foto: Nadine Poncioni)Â
Unser Gastensemble [hanse]Pfeyfferey widmet sich der Musik des 15. und 16. Jahrhunderts, gespielt auf frühen Blasinstrumenten wie Zink, Schalmei, Pommer, Zugtrompete und Posaune. Das Ziel der Musikerinnen ist es, der Musik der Renaissance einen Platz in der Gegenwart zu geben. In der Tradition der Stadtpfeifer liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit im urbanen Raum. [hanse]Pfeyfferey spielt bevorzugt auf Dächern, Türmen und Straßen, und interpretiert Tänze, Liebeslieder und geistliche Musik, die in der Renaissance sowohl den Alltag als auch Feierlichkeiten prägte. Seit seiner Gründung im Jahr 2020 initiiert das Ensemble eigene Konzerte und außergewöhnliche Formate, die die individuellen Forschungsschwerpunkte der Mitglieder zur Geltung bringen. Der Wunsch nach einem authentischen und raffinierten Bläserklang, der auch von hohen Kirchtürmen herab gut hörbar ist und für große Prozessionen und Bälle geeignet ist, führt [hanse]Pfeyfferey zu fortlaufenden Erkenntnissen über historische Mundstücke, Rohrblätter sowie die Arbeit mit Mensuralnotation, Kontrapunkt und Memorisation. Dabei betonen die Musikerinnen die Zeitlosigkeit menschlicher Themen wie Liebe, Schmerz, Lust und Tanz, um eine unmittelbare und persönliche Verbindung zwischen Musik, Spielenden und Zuhörenden zu schaffen. Das Ensemble wurde für die Produktion Stadtpfeiferinnen – Ikonografie 2.0 für die Shortlist der REMA Awards nominiert und im Juli 2024 mit dem Cambridge Early Music Prize beim York International Young Artists Competition ausgezeichnet. (Foto: Ben Drücker)